JFK - The Rock Opera
(Tim Hawkins/John Kelham) (1993)


Warum JFK vollkommen in der Versenkung verschwunden ist, werde ich wohl nie verstehen. Die Musik war mitreißend, ebenso die Handlung und die Thematik über John F. Kennedy sowieso. Wir auf der Bühne waren talentierte, hochmotivierte, engagierte und vor allen Dingen fähige Leute. Unsere Band war eine, wonach sich noch heute andere Produktionen die Finger lecken würden. Licht und Sound standen dem Ganzen nichts nach. Nicht nur nach jeder Show tobte der Saal, sondern bereits während der Vorstellung, und zwar bei jeder einzelnen, sprang der Funke aufs Publikum über. Nur sehr selten erlebte ich ähnliches in späteren Produktionen.
Jedenfalls bin ich sehr stolz darauf, bei JFK mit dabei gewesen zu sein. Ich finde, wir haben (kleine) Musicalgeschichte geschrieben. Noch heute werde ich von Leuten auf JFK angespochen, dass sie die Show damals zufällig in Münster in der Jovel Music Hall oder später auf der Tour gesehen hätten. Und das ist immerhin schon runde 15 Jahre her!
Was ich später dafür nie wieder erlebte, war die unglaubliche Freiheit, die ich bei der Aufnahme der JFK-CD hatte. Steffi Stephan, der Produzent, drückte mir die Rohfassung meiner Lieder in die Hand und meinte: “Mach mal, was Dir dazu einfällt.” Und tatsächlich ließ er das meiste davon später im Studio durchgehen. Eben weil ich in JFK so freie Hand hatte, hörte ich öfter als einmal in späteren Produktionen: “Thomas, würdest Du bitte DAS singen, was in den Noten steht!” Ein Satz, auf den ich noch heute unruhig reagiere. Bei purer Reproduktion bitte ich dann doch, sich lieber einen Tonträger aufzulegen...
Oben im Bild: Streit im Hause Kennedy, zusammen mit meiner Kollegin Virginia Walshaw, die mich gerade schauspielerisch damals unter ihre Fittiche genommen hatte. Ich hatte bislang ja absolut keine Erfahrung in Richtung Schauspiel. Mehr als “durchfühlen” konnte ich mich nicht, und das dauerte manchmal. Der Regisseur Achim Thorwald hatte dafür kaum Verständnis und reagierte oft und gerne sehr ungeduldig. Aus der heutigen Sicht verstehe ich sein Verhalten (besser) - damals hätte ich ihm am liebsten eine gescheuert oder ihm den Krempel vor die Füße geworfen - oder beides.
Der Diener zweier Herren
(Carlo Goldoni) (1994)
Tirili! (1994)
(Georg Kreisler/Otto Grünmandl)
JFK - Tour ‘95
(Jim Hawkins/John Kelham)
Elisabeth (1995 - 1998)
(Michael Kunze/Sylvester Levay)
Starry Nights (1999)
(Brett Harwood/Alan Buxkemper)
Ludwig II (2000)
(Franz Hummel/Stefan Barbarino)
Der Glöckner von Notre Dame
(Patrick Langer/Christian De Lellis/Leticia Cordova) (2000)
Triumph of Love (2001)
(Jeffrey Stock/James Magruder/Susan Birkenhead)
Jekyll & Hyde (2001)
(Frank Wildhorn/Leslie Bricusse)
Mozart (2001)
(Michael Kunze/Sylvester Levay)
Vom Diener zweier Herren habe ich nur noch wenige Erinnerungen, geschweige denn Fotos. Ich kann mich an den Namen meiner Rolle erinnern - immerhin - nämlich Silvio, und an Bruchstücke der Handlung. Es gibt zwei Szenen (und eine Panne während einer Vorstellung), an die ich mich lebhaft erinnern kann. Einmal eine Szene am Anfang, in der ich mit meiner Kollegin Carola von Seckendorff (Clarice) gefühlte dreißig Minuten, an einem Cafétisch sitzend, stumm herumschäkern musste. Warum das ganze wortlos ablief, weiß ich nicht mehr - wahrscheinlich, weil eine andere Szene parallel lief. Ich weiß nur noch, dass wir alles mögliche anstellten, um nicht den Langeweiletod in dieser Szene zu sterben. Denn irgendwann hatten wir alles (jugendfreie) durch. Und mit dieser Erkenntnis keinen Lachanfall zu bekommen, war ein hartes Stück Arbeit.
Die zweite Szene ist eine mit Tarik Qazi (Florindo), in der unsere Charaktere sich duellieren mussten. Wir taten unser Möglichstes, das Duell und den anschließenden Kampf gefährlich und aggressiv aussehen zu lassen, schließlich waren wir ja erbitterte Kontrahenten, aber ich habe den leisen Verdacht, dass nicht nur wir beide eher knisternde Erotik dabei empfanden, sondern auch der eine oder andere Zuschauer diese Schwingungen mitbekam.
Die schon erwähnte Panne bestand darin, dass ein Requisit, nämlich ein Klappmesser, das Silvio immer bei sich hatte, bei dem Kampf ungewollt unter die Zuschauertribüne rutschte. Dummerweise war das in der folgenden Szene aber von großer Wichtigkeit, denn Clarice brauchte das Messer als Druckmittel, sich ggf. damit umzubringen, falls man nicht sofort mit dem Kampf aufhörte. D. h. normalerweise sah sie den Kampf, hob das Messer vom Boden auf (da wo es vereinbart hingefallen war), und drohte, sich damit was anzutun. Alles erschrak, großes Drama, und der Kampf (und die Szene) war vorbei - Silvio hatte allerdings erkannt, dass sie nicht ganz ernst gemacht hatte und meinte sinngemäß, noch in Rage, dass von Gefahr ja wohl keine Rede gewesen sein könne, die Klinge war ja nicht einmal annähernd an ihrem Hals.
Nur an dem gewissen Abend war das Messer jetzt nun einmal weg! D. h. Tarik und ich mussten wohl oder übel erst einmal weiterkämpfen. Während wir uns also weiter anknurrten und uns wie zwei Kampfhähne umrundeten, sah ich, wie Carola versuchte, irgendwie an das Messer ranzukommen. Nur daran war nicht zu denken, denn es war einfach zu weit unter der Tribüne, sie hätte förmlich darunterkrabbeln müssen. Einige Zuschauer erkannten den Ernst der Lage und fingen ebenfalls an, nach dem Messer zu fischen - leider auch erfolglos. Also hakte sie innerlich das Messer ab und suchte stattdessen nach anderen spitzen, scharfen, irgendwie gefährlich aussehenden Gegenständen auf der Bühne - nichts. Schließlich stand sie einen Augenblick wie versteinert da - entweder hatte sie aufgegeben, dachte ich, oder sie hatte den zündenden Einfall. Sie hob langsam beide Hände, und sie fing an, sich tatsächlich selbst zu würgen. Und während sie also jetzt ihre Kehle Stück für Stück zudrückte und theatralisch und publikumswirksam röchelte und japste, lieferte sie ihre so für den Abschluss der Szene wichtigen Wenn-Dann-Zeilen ab, nur eben jetzt nicht auf erstechen, sondern auf erwürgen gemünzt. D. h. ich musste meine Zeilen auch anpassen. Vor lauter Adrenalin kam der Niederrheiner in mir durch, und ich polterte: “Ach was! Von mir aus hätten wir weiterkämpfen können, Clarice hat sich doch nicht mal annähernd eawüacht!” - Stille - man fühlte förmlich die Zuschauer und auch die Kollegen rätseln: ... eawüacht? ...eherwüacht? - ach ERWÜRGT! Großer Lacher. Ich hatte natürlich mitbekommen, dass man lachte, aber ich hatte keinen blassen Schimmer, weswegen. Erst hinter der Bühne klärten mich meine Kollegen auf.
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Von Tirili ist noch weniger da als vom Diener zweier Herren. Da kriege ich nicht einmal mehr ansatzweise die Handlung zusammen. Und meine Versuche, was darüber im Netz zu finden, waren erfolglos. Gespielt habe ich das ebenfalls im Wolfgang Borchert Theater in Münster, wie zuvor den Diener zweier Herren, ebenfalls unter der Regie von Wolfgang Rommerskirchen. Zu der Zeit hatte ich eine Musicalausbildung bei Rebeltanz in Münster angefangen, und wir Studenten bekamen die Chance, im Theater nebenan Erfahrungen zu sammeln, das war eine gute Sache für alle Beteiligten. So wurden wir u. a. als steppende Kellner, pikierte Partygäste und sicher noch sonstiges Fußvolk eingesetzt. Dieser Kellnerstepp hat Spaß gemacht, aber zeichnete sich nicht unbedingt durch Präzision aus. Wir hatten vorher durch die Bank nichts mit Steppen zu tun und rasten, wie sich das für Anfänger gehört, vor lauter Begeisterung immer schneller werdend durch die Nummer. Das Fatale daran ist, dass das jeder mitbekommt - der eine mehr, der andere weniger - aber man nichts dagegen tun kann, außer mitzuhetzen. Endgültig traumatisiert wurde ich in Sachen Stepptanz Jahre später in “Sugar - manche mögen’s heiß”, aber dazu mehr bei Sugar. Als Partygäste - soweit ich mich erinnern kann, war Anlass der Feier ein Konzert, das die künstlerisch ambitionierte, aber leider wenig talentierte Dame des Hauses geben wollte - hatten wir uns eine Nummer ausgedacht, in der wir uns vor Beginn des Konzertes zu viert einen einzigen Stuhl teilen mussten. Es dauerte ewig, bis wir uns endlich alle auf einer Ecke des Stuhles platziert hatten und das Konzert beginnen konnte. In der Regel bekamen wir Szenenapplaus, wobei ich mir nicht sicher bin, was der Grund der Spontanfreude war. Entweder hat dem Publikum diese Einlage so gut gefallen oder man war heilfroh, dass nun endlich alle saßen. Wie gesagt, die Nummer war doch recht lang. Ich bin mir sicher, dass irgendwann ein Videomitschnitt davon auftauchen wird. |
Fortzusetzen...
Fortzusetzen...
Die Herausforderung bei der JFK-Tour war wohl, die speziell für das Haus in Münster zurechtgeschnittene Produktion auf jede andere Bühne bringen zu können, ohne dabei die Inszenierung vollkommen zu zerhacken. Beim Original im Jovel gab es mehrere Bühnen an verschiedenen Orten und einen langen Steg, der quer durch das Publikum ging. Dadurch war der Zuschauer mitten im Geschehen, was mit einen großen Reiz der Show ausmachte. Man schaute also nicht nur klassisch nach vorne auf die Bühne, sondern es kam auch vor, dass sich alle schlagartig nach hinten umdrehen mussten, weil die Handlung plötzlich dort weiterging.
Soweit es die Bühnen auf der Tour zuließen, haben wir das natürlich versucht beizubehalten, was aber von allen ein hohes Maß an Flexibilität und "Wachsein" erforderte - also nicht nur von uns auf der Bühne, sondern gerade auch bei unseren Technikern, die jeden Tag die Bühne aufs neue anpassen mussten. Und die mussten manchmal schon zaubern, und das taten sie auch! Für mich war das eine gute Schule, mich schnell auf vollkommen andere Gegebenheiten jeden Tag neu einzustellen. Schon alleine dadurch waren die Vorstellungen für mich nie gleich oder womöglich langweilig.
Bei mir stellte sich auch nicht der Tourkoller ein, wo man nur noch ferngesteuert von Stadt zu Stadt fuhr und man morgens nicht mehr wusste, wo man denn nun eigentlich gerade aufwachte. Wahrscheinlich, weil das meine erste Tour war und ich alles noch neu und aufregend fand. Ich habe es genossen, viele neue Städte kennenzulernen und mich in den jeweiligen Hotels verwöhnen zu lassen. Ich verbinde mit der Tour also nur beste Erinnerungen. Abgesehen davon, dass ich zwei Jahre nach der Premiere 1993 wesentlich mehr mit meiner Rolle spielen konnte und mir so alles ungleich viel mehr Spaß machte.
Elisabeth ist wohl die Show, die mich bisher am meisten beeindruckt und geprägt hat, gerade natürlich auch meine Rolle vom Kronprinzen Rudolf.
Mein erster Kontakt mit Elisabeth war eine Radiosendung in 1992, wo man sich ziemlich über dieses neue original deutschsprachige Musical wunderte, das vor kurzem Premiere in Wien hatte. Das handele tatsächlich von Sissi, habe aber so gar nichts mit der Romy-Schneider-Sissi zu tun. Man gab sich ziemlich verwirrt. Erschwerend kam hinzu, dass bis dahin fast alle großen Musicals vom Westend oder Broadway importiert wurden, d. h. wenn nicht Kronleuchter fielen, nicht Hubschrauber kreisten, man nicht halsbrecherisch auf Rollschuhen unterwegs war oder sich nicht artgerecht das Katzenpfötchen leckte, konnte man Musicals kaum ernst nehmen. Aber als in der gleichen Sendung später "Ich gehör' nur mir" gespielt wurde, war's um mich geschehen.
Von 1995 bis 1998 war ich schließlich in Wien dabei, drei Spielzeiten, und ich hätte sicher noch weitere drangehängt, wenn das Theater die Show nicht abgesetzt hätte - sie lief ja schon seit 1992, und man wollte einfach neue Projekte starten, trotz des immer noch anhaltenden enormen Kassenerfolges des Stückes.
Ich hatte mich deswegen so wohl in dem Stück gefühlt, weil alles stimmte: Michael Kunzes Geschick im Aufbauen der Geschichte, seiner Charaktere und deren Beziehungen zueinander, Sylvester Levays vielseitige und leidenschaftliche Musik, Harry Kupfers anspruchsvolle Inszenierung, Dennis Callahans einfallsreiche Choreographien, Caspar Richters unerbittliche Hand (wenn's um die Musik und die Textverständlichkeit ging), dazu modernste Licht-, Ton- und Bühnentechnik. Egal in welche Abteilung man reinschielte, jede wusste, was sie tat - grundsätzlich - Abendspielleitung, Maske, Kostüm, Verwaltung...


Von der großen Bühne in Wien auf eine ganz kleine in Stuttgart, nämlich das Kelley Theatre auf der Amerikanischen Base Kelley Barracks. Wer mich auf dem Ensemble-Foto entdeckt, muss sich um seine Augen keine Gedanken machen.
Spannend an dieser Arbeit war, dass ich dadurch erstmalig direkt damit in Kontakt kam, wie US-Amerikaner das Genre Musical behandeln, es ernst nehmen und es als eigenständige Kunstform respektieren - und zwar nicht nur auf professionellen Bühnen, sondern auch auf Amateurbühnen, wozu das Kelley Theatre rein technisch gehört, denn alle Leute, die dort spielen, machen das ohne Bezahlung und ausschließlich aus Spaß an der Freude.
Starry Nights war eine Revue, in der einige der schönsten Musicalnummern des letzten Milleniums gepackt wurden, anfangend von den 20ern bis in die 90er. Jeder hatte seine Solonummern bzw. war im Ensemble in den Nummern der anderen dabei. Diese enorme Vielfalt der Stücke machte genau den Spaß der Show aus, nicht nur für uns auf der Bühne, sondern auch für den Zuschauer. Und außerdem mal nüchtern: Wer bekommt schon einmal hierzulande die Chance, Nummern wie “Sunday in the Park with George” zu spielen? - Insider wissen bescheid.
Durch Ludwig II habe ich gelernt, sich besser eine Produktion genauer anzusehen, bevor man sich dafür verpflichtet. Bei Ludwig II tat ich das leichtsinnigerweise nicht - erstmalig und letztmalig.
Obwohl die Show nur wenig meinen Geschmack traf, waren meine acht Monate in Füssen super. Mein Vertrag lief von April bis Dezember, d. h. ich habe das Allgäuer Schneechaos nicht mitgemacht, dafür aber einen tollen Frühling, Sommer und Herbst erlebt. Und die meiste Zeit davon verbrachte ich an einem der vielen malerischen Bergseen, im Grunde machte ich einen langen Urlaub.
Damals hatte ich mir mein Traumauto, nämlich eine weiße Ente angeschafft, die ich schon seit meiner Kindheit haben wollte. Mit ihr sauste ich oft und gerne mit offenem Verdeck durchs malerische und sonnige Allgäu. Leider stand ich aber auch oft und ungern in der Landschaft - Entenfahrer wissen, wovon ich rede. Im Sommer überhitzte meine Ente gerne, bei nasskaltem Wetter sprang sie erst gar nicht an.
Für jemanden, der nicht eine Minute Zeitpuffer einplant, um rechtzeitig zu einem Termin zu kommen, ist so ein Auto genau das verkehrte.
Meine Proben zu Ludwig waren kurz und intensiv - nach einer Woche stand ich schon auf der Bühne. Meinen denkwürdigen (einzigen) Satz als Stallmeister Hornig "Nur ein Loch? Unsere österreichischen Bündnispartner haben bei der Erprobung 18 Kanoniere verloren!" werde ich wohl nie vergessen.
Denke ich an meine Kainz-Coverproben, fällt mir zuerst ein irrwitzig schweres Schwert ein, mit dem ich als Siegfried in Präzisionsarbeit und mit ausgeklügelter Choreographie auf einen Holzdrachen eindreschen musste, ohne ihn zu treffen, versteht sich. Ich habe es nie verstanden, warum es einerseits diesen extra unecht wirkenden Drachen auf der Bühne geben musste, aber andererseits man pingeligst auf dieses eiserne Originalschwert bestand. Das Ding war einfach nur schwer und unhand-lich, und ebenso gefährlich. Schließlich war ich nicht alleine auf der Bühne, sondern es waren noch viele meiner Kollegen in der Szene, die als Bühnenarbeiter den Drachen bedienten oder sonstwie geschäftig herumsprangen. Dafür, dass ich nur hin und wieder dem Drachen einen Holzzahn ausschlug und nicht einem Kollegen den Kopf abtrennte, bin ich sehr dankbar.
Als ich das Angebot bekam, für den Phoebus im Glöckner für ein paar Termine einzuspringen, kam mir das sehr gelegen, denn ich hatte bereits einige Monate Ludwig II gespielt, und ich brauchte dringend eine musikalische Abwechslung. Es handelt sich hier nicht um die Disney-Fassung, sondern um eine eigenständige vollkommen andere Tourversion. Die Geschichte, klar, ist die gleiche.
Die Musik hat mir beim Glöckner schon beim ersten Hören gefallen, denn es bestand aus eingängigen Musicalliedern im positivsten Sinne. Sie hatten einen erkennbaren Takt, einen soliden Aufbau und eine Melodie mit dazu passenden Texten, man erlebte grundsätzlich keine bösen Überraschungen. Also ganz das Gegenteil von Ludwig II.
Dafür gab es auf anderen Gebieten die eine oder andere Überraschung. Zum Beispiel: Man stelle sich vor, wie Esmeralda sich in der Kathedrale befindet und sich in der Stille vorbereitet, ein Gebet nach oben zu schicken, um für sich und ihresgleichen zu bitten. Das Vorspiel der Nummer ist leise und stimmungsvoll, das Licht intim, und man ist absolut gefangen in der Situation. Esmeralda nimmt die Umgebung auf, sieht eine Kerze in der Bühnenmitte und geht auf sie zu. Und in der feierlichen, hoch emotionalen Stimmung hört man plötzlich das typische Geräusch eines Einwegfeuerzeuges, womit Esmeralda die Kerze entzündet. Ich glaube nicht, dass es die früher schon gab.
Oder es gab einen Glockenturm, der solange schön anzusehen war, wie er alleine auf der Bühne stand. Wurde er bespielt, wackelte das ganze Ding und das vermeintlich solide Gemäuer schlug plötzlich Wellen.
Sprich es war alles durchaus durchdacht, aber eben nicht konsequent bis zum Schluss.
Diese Show zu machen, war ein einziger Spaß. Mir hat besonders gefallen, dass ich dort meine komische, alberne Seite als Harlequin auf der Bühne ausleben konnte.
Auf www.TriumphofLove.de gibt es weitere Informationen und Bilder.
Links ein Foto der kleinen, aber feinen Cast.